Wir sind im Winterschlaf!

Eine künstlerische und sozialwissenschaftliche Untersuchung
des Mensch-Tier-Verhältnisses im Zoo

winterschlaf

„Wir sind im Winterschlaf!“ – Diese und ähnliche Hinweisschilder finden Zoobesuchende in vielen Zoos der Welt immer wieder vor. Weder schlafende noch wache Tiere können schreiben. Sie haben Fürsprecher gefunden, die sich einerseits für sie artikulieren, andererseits für den Zoo entschuldigen, denn das Publikum möchte die Tiere lieber sehen als im Schlafe wissen. Menschen, die selber die Erfahrung des Winterschlafes nicht machen können, übernehmen die Stimme des Tiers und weisen gleichzeitig Rollen und Räume zu – die Tiere sind für den Winterschlaf in den nicht zugänglichen Hinterräumen des Zoos platziert worden.

Zoologische Gärten bearbeiten zunehmend eine Ambivalenz, die zeitgenössische Gesellschaften prägt, nämlich das wachsende Bedürfnis der Menschen nach mehr Nähe zum Tier bei gleichzeitigem Verschwinden von Tieren aus (städtischen) Räumen. Das geplante Projekt nimmt den Zoo in den Fokus und fragt entsprechend danach, inwiefern das ambivalente Verhältnis zwischen Menschen und Tieren über die räumliche Ordnung im Zoo verhandelt wird und inwiefern dabei der Zoo als Akteur in den Veränderungen dieses Verhältnisses fungiert.Hintergrund der Untersuchung bildet die Beobachtung, dass sich Zoos seit einigen Jahren verstärkt nicht mehr nur der Repräsentation der Arten widmen, sondern auch deren Schutz und Erhaltung. Diese Entwicklung zeichnet durch den Bau neuer Anlagen aus, die den Tieren mehr Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stellen und den Menschen gleichzeitig grössere Nähe zu den Tieren erlauben, aber auch durch eine verstärkte Interaktion mit der Aussenwelt zum Beispiel in Bezug auf Artenschutzprogramme.

Den Fragen nach der Rekonfiguration und Bearbeitung des Mensch-Tier-Verhältnisses über die räumlichen Anlagen im Zoo soll in einer interdisziplinären Kombination künstlerisch-installativer Mittel und sozialwissenschaftlicher Vorgehensweisen nachgegangen werden. Die interdisziplinäre Untersuchungsanlage ist mit zwei Doktoratsstellen besetzt, zum einen durch eine Person mit künstlerisch-wissenschaftlichem und zum anderen mit sozialwissenschaftlichem Hintergrund. Bei diesen handelt es sich um Teilnehmende der Graduate School of the Arts, Universität Bern/Hochschule der Künste Bern.

ausführliche Informationen zum Projekt (PDF)

3 Kulturtipps Von Luzia Hürzeler („Berner Kulturagenda“, 20.8.2014)

Die Künstlerin, die mit den Wölfen träumt („SRF Kultur“, 21.3.2014)

Zeitungsartikel zum Projekt („Der Bund“, 23.11.2013)

Das Glück der Menschen im Zoo („Julimagazin“ Nr. 22, S. 31–32, Februar 2012)

Artikel von Julia Siegmundt und Priska Gisler in „Tierstudien 07/2015“


Projektleitung:
Priska Gisler

Mitarbeit:
Luzia Hürzeler
Julia Siegmundt

Laufzeit:
2012–2016

Finanzierung:
Schweizerischer Nationalfonds, SNF

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